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Gesundheitsreform

Einfach und somit sehr verständlich wird die Gesundheitsreform bei Wikipedia beschrieben:
Danach verstehen wir gesetzliche Eingriffe in die Rahmenbedingungen der Krankenversicherung. In der Regel dienen die Änderungen der Stabilisierung des Beitragssatzes in Verbindung mit einer Einschränkungen der Leistungen.

Seit einigen Jahren schon, als festgestellt wurde, dass das Gesundheitssystem - basierend auf den Säulen der gesetzlichen Krankenversicherung - nicht mehr funktioniert, wurde es in mehreren Schritten reformiert. Die aktuellste Rreform, die Gesundheitsreform 2007, ist in wesentlichen Teilen am 1. April 2007 in Kraft getreten.

Die Gesundheitsreform 2007 im Überblick:

  • Aller Bürger/Einwohner der Bundesrepublik Deutschland sind verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen (ab 1. Januar 2009) - dies ist einmalig in der sozialpolitischen Geschichte Deutschlands. Die Regelung betrifft sowohl ehemals gesetzlich wie auch ehemals privat versicherte Personen.

  • Sie haben künftig Rechtsanspruch auf Rehabilitation zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Ebenso haben Sie Anspruch auf häusliche Krankenpflege in Wohngemeinschaften und ähnlichen neuen Wohnformen.

  • Zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden Impfungen und Kuren.

  • Die Krankenkassen dürfen mit Herstellern von Arzneimitteln Rabattverträge mit günstigen Preisen für Medikamente aushandeln.

  • Zukünftig soll es nur EINEN Spitzenverband für alle gesetzlichen KV geben, der die bisher sieben Spitzenverbände ablöst.

  • Als privat Krankenversicherter können Sie ab 1. Januar 2009 ihre Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel des Tarifs innerhalb des selben Versicherungsunternehmens zu 100% mitnehmen. Beim Wechsel in ein anderes Unternehmen gilt das auch, nur wird die Rückstellung auf den Basissatz angepasst.

  • Für bestimmte schwerwiegende Erkrankungen ist zukünftig auch eine ambulante Behandlung im Krankenhaus möglich. Betroffene Patientinnen und Patienten erhalten dadurch eine bestmögliche Behandlung.

  • Der Wunsch in Würde zu Hause zu sterben wird künftig erleichtert. Schwerstkranke Menschen sollen auch zu Hause in Würde sterben können und möglichst wenig leiden müssen. Die medizinische/pflegerische Versorgung kann dann durch ambulantes Pflegepersonal übernommen werden.

  • Wahltarife werden eingeführt, d.h. Sie können zwischen Basistarifen mit einem geringeren Leistungsumfang und Kompletttarifen mit hoher Leistung aber auch höheren Preisen wählen. Ebenfalls sind Hausarzttarife möglich, die den Versicherten "Prämien" versprechen, wenn bei Erkrankungen immer zunächst der Hausarzt aufgesucht wird.

  • Ab dem 1. Januar 2009 müssen die privaten Krankenversicherungen einen Basistarif anbieten, zu dem jeder Zugang erhalten soll (Vertragszwang). Die sonst üblichen Risikozuschläge entfallen und die Versicherten haben das dauerhafte Recht, in den Basistarif anderer Versicherungsunternehmen zu wechseln. Der Leistungsumfang ist dabei adäquat zu den Leistungen der gesetzlichen KV.
    Ausserdem dient der Basistarif als Auffangbecken für Diejenigen, die entweder auf Grund von Rentenbezug oder veränderten, wirtschaftlichen Verhältnissen die höhere Versicherungsprämie nicht mehr aufbringen können.

Im Gegensatz zur Gesundheitsreform 2003, die im Zuge der Umsetzung der Agenda 2010 unter Kanzler Gerhard Schröder und der ROT/GRÜNEN Koalition auf den Weg gebracht wurde und deren wesentlichste Inhalte aus der Streichung des Entbindungs- und Sterbegeldes und der Einführung einer sogenannten Praxisgebühr bestand, ist die Reform 2007 schon ein Meilenstein, der mit neuen Elementen ein völlig neues Krankenversicherungssystem zimmert.

Einige Fragen sind derzeit trotz gesetzlicher Regelung jedoch noch ungeklärt, wozu die offenen Rechtsstreitpunkte der privaten Versicherungsunternehmen gehören, wie auch das Thema Gesundheitsfonds.
Und warum bei all den mutigen Veränderungen wurde nicht auch gleich die Verdienstgrenze für Angestellte abgeschafft, um völlige solziale Gleichheit herzustellen?


Wer mehr Details zur Gesundheitsreform lesen möchte findet sie hier: Die Gesundheitsreform